Aufstehen? Gefällt mir!

Posted on 9. April 2012

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Gastbeitrag vom Kleinen. Und los gehts:

Nazis? Sind blöd. Also klicke ich bei Facebook mal schnell bei „ NPD Seite- Löschen“ auf „Gefällt mir“. Occupy? Ist doch auch ganz nett. „Gefällt mir“. Atomkraft, Nein Danke? Gefällt mir auch. Das Gewissen ist beruhigt. Schnell bekommt so eine Seite 300.000 „likes“.

Aber wo warst du als im November der Castor gerollt ist, oder als im Februar Europas größter Naziaufmarsch in Dresden stattfinden sollte? Warst du zu Hause vorm Computer? Hast du dabei auch noch sozial kritische Musik gehört? Wieso warst du nicht da? War der Weg zu weit, war die Couch zu gemütlich, oder hast du gedacht, wieso der Aufwand, es fahren doch schon genug?

Ist dir noch nicht aufgefallen, dass genau dieses Verhalten nichts bringt? Zu Hause sitzen und dagegen sein ändert nichts an der Lage. Es ist schön, wenn du bemerkt hast, dass hier etwas falsch läuft, aber hör doch mal auf „die Ärzte“ und geh endlich mal auf die Straße, demonstrieren.

Wo man sich umschaut herrscht Ungerechtigkeit. In die Schule und die Uni musst du dich einkaufen, um dann in überfüllten Klassenräumen oder Hörsälen zu sitzen, wo man am Ende doch nichts lernt. In der Firma steigt von Tag zu Tag der Anteil an unterbezahlten Zeitarbeitern, früher auch Tagelöhner genannt. Und die Banken? Machen satte Gewinne, freundlich unterstützt von unseren Steuergeldern, damit die armen deutschen Dax-Manager weiterhin das 188-fache im Jahr eines deutschen Durchschnittsverdieners verdienen können. Wäre schrecklich, wenn dies nicht mehr so wäre?

Da stört es natürlich niemanden, dass die Gewinne zum Teil dadurch erzielt werden, dass mit Lebensmitteln spekuliert wird. Fliehen dann Menschen aus ihrer Heimat in dieses Land, da die Lebensmittelpreise explosionsartig angestiegen sind, werden sie, wie es sich für gute Gastgeber gehört, entweder von einem Nazi-Mob durchs Dorf getrieben, oder wenn sie Glück haben gleich wieder von den Behörden abgeschoben. Wäre ja auch schlimm wenn wir unseren Reichtum mit denen teilen müssten.

Klingt schrecklich was? Da hilft leider kein Widerstand im Internet, sondern nur noch auf der Straße! Die Masse muss aufhören zu schweigen. Schon in den 30’ern und 40’ern hat die breite Masse diesen Fehler gemacht. Die Folgen müssten dir bekannt sein. Also änder was! Greif dir ein paar Freunde und geh auf die Straße! Alleine sind wir vielleicht schwach, aber als Masse sind wir unschlagbar. Jeder einzelne zählt! Beispiele dafür sind die Montagsdemos aus Leipzig 1989 oder der Arabische Frühling vor einem Jahr. Let’s do it again.

Ein Baum wirft im Herbst auch nicht freiwillig seine Blätter ab. Es ist der Sturm der den neuen Blättern die Möglichkeit gibt zu wachsen.

… und bald ist wieder 1. Mai 😉

Uschi sagt: „Sei ein Funken, eine Flamme – wenn viele wenig sehen!“