Demokratieverständnis und KDV

Veröffentlicht am 26. Oktober 2009

2


PaDDDis Kriegsdienstverweigerungsantrag:

280

Ich verweigere die „Allgemeine Grundausbildung“ der Bundeswehr. Hierbei berufe ich mich auf das Grundgesetz Artikel 4 Absatz 3, wonach niemand gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst an der Waffe gezwungen werden darf.

Ich kann die Vorstellung eine Waffe zu tragen, nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Eine Waffe zu tragen, bedeutet immer die Möglichkeit diese zu laden, zu entsichern und abzufeuern. Letzteres kann unweigerlich den Tod eines Lebewesens herbeiführen.

Krieg bedeutet, dass ein Mensch auf einen anderen Menschen schießt. Selbst bei Einsätzen zur Sicherung eines Status Quo oder zur Herbeiführung der Sicherheit in einem Land, bedeutet das Tragen von Waffen die Möglichkeit einem anderen Menschen erheblichen Schaden zuzuführen, der sogar im Tod enden kann.

Für diese Konsequenz kann und will ich nicht verantwortlich sein.

Da wir in einer Demokratie leben und ich ein Verfechter dieser Demokratie bin, bin ich der Ansicht, dass man durch das „Einfallen“ in ein fremdes Land unter keinen Umständen Probleme lösen kann.

Wir in Deutschland lösen Probleme mit Diplomatie. Wir diskutieren ein Thema so lange bis wir eine Lösung haben. Dabei gehen wir auf einander ein und schließen Gewalt vollkommen aus. Ich verstehe nicht, warum sich Deutschland, als demokratisches Land, in zwischenstaatlicher Korrespondenz die Möglichkeit der Gewalt offen hält.

Die Tatsache, dass Deutschland sich das Recht herausnimmt, Gewalt als letztes Mittel einzusetzen, widerspricht den demokratischen Grundlagen, auf die ich als Deutscher baue.

Ich verabscheue Gewalt und habe nicht vor, diese gegen irgendein Wesen- oder für mein Land- einzusetzen. Ich bin der Meinung, dass man jedes Problem mit Geduld, Ruhe und Gesprächen lösen kann. Sicherlich gibt es Probleme, die sich nicht „wegreden“  lassen, dennoch ist es umso verwerflicher jemand anderes Schaden zu zuführen, nur weil die Machthaber einzelner Länder nicht fähig sind ihre Probleme ohne Gewalt zu lösen.

Ich kann es nicht mit mir Vereinbaren, in einen fremden Staat zu reisen um Befehle auszuführen, die die Unterdrückung diverser Individuen oder gar den Tod derselben herbei führen.

Der Dienst an der Waffe bietet Ehre und Ruhm. Die Ehre, für ein fremdes (oder das eigene) Volk in den Kampf gezogen zu sein. Doch was bringt mir Ehre und Ruhm, wenn ich durch eine Miene oder eine Bombe in Einzelteilen nach Hause komme.

Was bringt mir Ehre und Ruhm, wenn ich nachts nicht mehr schlafen kann, weil ich Menschenleben auf dem Gewissen habe?

Ich bin nicht bereit von meinem Glauben an die Demokratie und an ein gewaltfreies Miteinander abzurücken. Darüber hinaus bin ich nicht bereit eine Waffe in die Hand zu nehmen um jemand anderen zu erschießen, nur weil er zur falschen Zeit am falschen Ort dem falschen Staatschef dient.